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Für Heimatkundler ist die Geschichte Weilheims kein einfacher Fall. Konnte man
bislang davon ausgehen, dass mit dem urkundlichen Namen “Amalpertiwilare“
Weilheim gemeint ist, so haben neuere Forschungen ergeben, dass auch ein
abgegangener Ort Steinweiler bei Spaichingen hiermit erwähnt sein könnte.
Weilheim steht in enger Verbindung mit dem einstigen geistlichen Territorium
auf dem Gebiet des Kreises Tuttlingen, nämlich der Herrschaft Konzenberg. Die
Ruine Fürstenstein hoch über Weilheim war einst eine adlige Behausung der
Herren dieser Herrschaft Konzenberg in der Frühzeit. Der Name Fürst kommt
aller Wahrscheinlichkeit nach von dem “vürdestem Stein“, als dem vordersten
Felsen hoch über Weilheim. Bei der Burg Fürstenstein darf man sich keine
großartige Festungsanlage vorstellen, sondern eher einen bescheidenen
Wohnturm. Die Herrschaft Konzenberg kam 1300 an den Konstanzer Bischof, der
sie mit Wurmlingen vereinigte. Als bischöflich-konstanzische Herrschaft blieb
Konzenberg und damit auch Weilheim katholisch.
Lange Zeit verblieb die Gemeinde Weilheim in enger Anlehnung an Wurmlingen,
wohin sie auch kirchlich gehörte. Immer wieder versuchte man den Ort
wenigstens kirchlich selbständig zu machen, was erst im Jahre 1756 mit
Unterstützung von Kaplan Felber aus Wurmlingen erreicht werden konnte, als
zuvor, gewissermaßen als Voraussetzung, zwischen 1751 und 1756 ein geräumiges
Bauernhaus gekauft und als Pfarrhaus eingerichtet wurde. Das Pfarrhaus wurde
1989 großzügig innen und außen renoviert. Im Mai 2002 wurde ein
Gemeindesaalanbau eingeweiht
Die Anfang 1400 im gotischen Stil erbaute Georgs-Kapelle wird 1776 zur
Pfarrkirche erhoben. Ältester Teil der Kirche ist der Turm, dessen
Zwiebelformdach das Wahrzeichen Weilheims und darüberhinaus ein auffälliges
Kennzeichen des Faulenbachtals ist.
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Immer wieder wurden innen und außen umfangreiche Renovierungs-, Sanierungs-
und Modernisierungs - maßnahmen durchgeführt – zuletzt 1993. Dadurch wurde die
dem Heiligen ST. GEORG geweihte Pfarrkirche stets als besonderes Juwel
bewahrt.
Als Weilheim selbständige Pfarrei wurde, zählte es 355 Einwohner und hatte 55
Haupt- und 17 Nebengebäude. Große Not brachten immer wieder Kriege, Missernten
und Seuchen. Schon 1349 hatte Weilheim durch die Pest mehr als ein Drittel
seiner Bewohner verloren. 1611 fielen ihr sogar 50% der Einwohner zum Opfer.
Immer wieder wurde Weilheim von Truppendurchzügen und Belagerungen heimgesucht
und von Soldaten ausgeplündert. Ganze Familien wanderten aus Not nach Ungarn
oder der Schweiz aus.
Zum 100-jährigen Jubiläum der selbständigen Kirchengemeinde wurde 1854 – 1856
am Waldweg nach Seitingen die Maria-Hilf-Kapelle aus eigenen Mitteln erbaut.
Sie lädt zur stillen Einkehr ein. Betreut wird die selbständige Kath.
Kirchengemeinde Weilheim seit 1976 wiederum vom jeweiligen Wurmlinger Pfarrer.
Weilheim hat eine Markungsfläche von 510 ha, davon 275 ha Wald und 235 ha Feld
und Ort. Weilheim hat 1068 Einwohner und liegt 672 m hoch.
Wichtigster Wirtschaftszweig war in Weilheim ebenfalls wie in Rietheim die
Landwirtschaft und das Handwerk. Die am Ort vertretenen Handwerker waren:
Schmid, Maurer, Wagner, Zimmerleute, Schneider, Schuhmacher, welche besonders
viel "nach außen" arbeiteten.
Ab
1920 wurden mehrere der heute bedeutenden Gewerbebetriebe der
Chirurgiemechanik gegründet. 1960 folgte ein wichtiger Industriebetrieb für
die Lüftungstechnik – die Firma METU Meinig AG.
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